Körperverletzung ?

Aufgrund der Veröffentlichung eines Artikels über die Feinstaubproblematik in der heutigen (9.5.2016) Ausgabe des Isar – Loisach – Boten auf Seite 20 , habe ich mich entschlossen den als „Entwurf“ schlummernden Blog – Beitrag nunmehr zu veröffentlichen.

Frau Stadträtin Tilke warf dankenswerterweise die Frage nach dem Feinstaub auf.

Der Bürgermeister mit Bio – Hintergrund antwortete prompt: Er lässt prüfen, ob man denn verpflichtet sei da was machen zu müssen.

Nun, der Feinstaub wird auch noch diskutiert werden. Aber erst nach Co2 und den Stickoxiden.

Derzeit dreht sich ja alles um die Stickoxide. Nie gehört. Nie zur Kenntnis genommen. Aber halt vorhanden.

Seit den 30iger Jahren wird eine Umfahrung der Stadt diskutiert, geplant und dann doch wieder verworfen.

Wegen der Geschäfte wollen die Geschäftsleute den Verkehr in der  Stadt behalten. Bis heute.

Man fördert die Stickoxide sogar. Man gibt den in der Altstadt Beschäftigten ANWOHNER – Parkausweise, welche das Parken in bester Innenstadtlage für 30 Cent pro Tag ermöglichen. Dadurch werden die Parkausweisinhaber verleitet mehrmals täglich mit immer wieder kaltem Motor die Innenstadt zu befahren. Man fährt in der Mittagspause nach Hause, statt seinen Hunger bei der innerstädtischen Gastronomie zu stillen – wie es früher mal der Fall war.

Nun, bei Temperaturen unter 18 oder auch 10 Grad Umgebungstemperatur wird die Abgasreinigung der Motoren zu deren Schutz abgestellt. Bei zu hohen Temperaturen auch.

Geschützt wird der Motor, nicht der Anwohner.

Der Motor gibt im wirklichen Leben bis zur 65-fachen Menge an Schadstoffen ab, als auf dem Rollprüfstand unter idealen Bedingungen. Jo, mei. Es geht halt nicht anders, sagen die Hersteller.

Aufgrund der Verweigerung einer Umgehungsstraße sowie der seit geraumer Zeit geltenden niedrigst möglichen Parkgebühren für Langzeitparker aufgrund der vielen ausgegebenen Parkausweise haben die verschiedenen Bürgermeister und die jeweiligen Stadträte für eine entsprechend hohe Schadstoffbelastung an den vielbefahrenen innerstädtischen Straßen gesorgt.

In diesem Zusammenhang fordere ich die Behörden auf, die gegebenen Erkrankungen Wolfratshauser Bürger an vielbefahrenen Straßen zu hinterfragen, zB in meiner Nachbarschaft.

Wer sich auch nur am Rande mit der Thematik befasst hat, wusste welcher Schindluder hier mit den Anwohnern zugunsten der Automobilindustrie betrieben wird.

Auf mein Betreiben hin wurde ja vor einiger Zeit die Schadstoffmenge in der Königsdorfer Straße ermittelt. Die Ergebnisse sind nachzulesen auf der Webseite der Stadt.

Da sitzt also in Augsburg im Amt für Umwelt jemand an einem Schreibtisch und rechnet für jede beliebige bayerische Straßenstelle aus, wie hoch denn die Belastungen genau an diesem Punkt so seien.

Es gibt auch einige Meßstellen im Land, meistens aber wird gerechnet.

(Gilt ja auch für den Lärm. Der wird nicht gemessen, er wird berechnet.)

Man kann und darf davon ausgehen, daß in die Berechnung natürlich nur die von der Automobilindustrie zur Verfügung gestellten Abgaswerte eingehen. Nach der Berechnung ist also alles in Ordnung. Man geht ja sozusagen von der 1-fachen Menge der Schadstoffe aus und nicht von den bis zu 65-fachen.

Ist nun also das Verhalten der Bürgermeister und Stadträte als fahrlässige oder gar grob fahrlässige Körperverletzung zu bewerten ?????????????????????????????

Schaun wir nur mal in die jüngere Vergangenheit, obwohl das Thema Verkehr ja bis in die 30iger Jahre zurückreicht.

Wieviele Parteien bzw Gruppierungen hatten bei der letzten Wahl  Entlastungsstraßen in ihrem Wahlprogramm ?

Irgendwann wurden dann mal wieder alle Unterlagen allen zur Verfügung gestellt, damit alle den gleichen Informationsstand hätten. (Muß grad mal das Gähnen unterdrücken)

Nachdem sich dann alle ein Bild von allem gemacht hätten, sollten / wollten die Stadträte in Klausur gehen, um ……

…. ist mir jetzt entfallen.

Aber wir haben ja ein neues (?) Parkkonzept in der Schublade. Wir haben ein Verkehrsverflüssigungsgutachten in Auftrag gegeben. (Wie kann man mehr Fahrzeuge in 24 Stunden unterbringen, weshalb der Wasen künftig ja 24 Stunden täglich optimiert werden soll). Der Geretsrieder Bürgermeister lässt auch ein Verkehrsgutachten erstellen. Der Landkreis auch eins.

Wir gehen goldenen Zeiten entgegen.

Fazit:

Was die Schadstoffbelastung der Bewohner der Innenstadt sowie der vielbefahrenen Straßen angeht, kann man natürlich sagen Verkehr gibt es auch anderswo und damit auch die gleichen Probleme.

Was ist also in Wolfratshausen anders als in anderen Städten ?

Seit fast 90 Jahren wird immer wieder mal über Umgehungs- bzw Entlastungsstraßen gesprochen, nie aber wurde dies ernsthaft versucht. Es fehlt nach wie vor der politische Wille. Während viele Orte mit weit weniger Problemen längst über Entlastungsstraßen verfügen, im neuen Bundesverkehrswegeplan etliche Umgehungsstraßen in Deutschland aufgelistet sind, hat man in Wolfratshausen als letzte Aktion in dieser Sache vor geraumer Zeit alle Unterlagen an alle Stadträte verteilt, damit alle den gleichen Wissensstand hätten.  Den Stand haben wir jetzt. Stillstand darf man ja nicht sagen.

Für die etwa 200 zeitlich beschränkten oder gebührenpflichtigen Parkplätze zwischen Bergwald und Loisach wurden zwischenzeitlich hundert oder mehr sogenannte Anwohnerparkausweise ausgegeben. Mindestens die Hälfte der Parkplätze stehen damit für etwa 30 Cent am Tag zur Verfügung, was naturgemäß dazu verleitet diese Parkplätze mitunter mehrmals täglich anzufahren, denn es muss eben nicht jedes Mal ein Parkschein gelöst werden. Da die Hälfte der überhaupt zur Verfügung stehenden Parkplätze quasi fest vergeben ist, frei nach dem Motto wer zuerst kommt parkt auch zuerst, aber auch alle anderen möglichst nah an der Marktstraße parken wollen, gibt es von Haderbräu über Heimatmuseum und (hinterm) Rathaus bis zur Johannisgasse entsprechend viel Park- und Parkplatzsuchverkehr.

Die Hälfte der innenstadtnächsten, eigentlich beschränkten Parkplätze für ein Spottgeld anzubieten, dürfte in der Bundesrepublik ein Alleinstellungsmerkmal darstellen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß es in diesem unserem Lande eine weitere solche … (zensiert)  Kommune geben könnte.

Einen kleinen Versuch in die richtige Richtung hat man jetzt mit dem Stadtbus unternommen, der für einen wesentlich höheren Betrag als es die Parkgebühren darstellen, Leute in die Innenstadt bringen soll. Als das Thema aufkam, hieß es aus dem Rathaus  warum um Himmels willen solle man am Stadtbus was ändern, es hätte sich doch bislang niemand beschwert. Vorausschauende Politik à la Wolfratshausen.

Ich erlaube mir also nochmals die Frage zu stellen:

Geschieht die fortgesetzte Körperverletzung an Wolfratshauser Bürgern fahrlässig oder gar grob fahrlässig  ?

 

 

 

 

 

 

 

 

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